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Zweitagestour Südjura 2002 - RV Stadt Winterthur
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Datum: 29/30.Juni 2002
Autor: Walter Isler
Fotos: Flavio Gasperi
Südjura - ein Erlebnis für Radsportler
Der Start unserer 2-Tagestour führt uns in den Kanton Baselland, dem neuen Wohnort von Markus Zimmerli. Er hat für uns eine abwechslungsreiche Strecke ausgesucht. Die Höhenkurven in der RVW-Post liessen schon einiges erahnen.
Mit Pw fuhren wir um 7 Uhr über Egerkingen nach Langenbruck. Pünktlich trafen wir uns im Restaurant "Bären" zu Kaffee und Gipfeli. 14 rot/weiss gekleidete Radler füllten das Lokal. Nur Astrid wagte sich als einzige Frau auf die anspruchsvolle Fahrt.
Gutgelaunt setzen wir uns auf die Räder und fuhren Mümliswil entgegen. Gemeinsam nahmen wir den Passwang in Angriff. Bei schönem Wetter machte das Velo fahren richtig Spass. Nach der Abfahrt bogen wir scharf rechts in ein schmales Strässchen ein und die Steigungen wurden ruppiger.
Bei einigen zeigten sich erste Wirkungen von den vielen Auf- und Abfahrten. Markus meinte zwar dass die ganz happigen Sachen erst am Nachmittag sein werden. Sie kamen!! Zuerst aber genossen wir das Mittagessen in einer Gartenwirtschaft, so quasi die Henkersmahlzeit.
In Diegten steigt die Strasse hinauf nach Känerkinden und Läufelfingen und schon bald fahren wir auf einer Strasse mit 18%ige Steigung nach Bad Ramsach. Ein blick in die Gesichter meiner Kameraden zeigte, dass nicht mehr alle so glücklich waren. Nach einer kleinen Verschnaufpause abwärts nahmen wir eine 20%ige Steigung in Angriff. Ich schluckte erst einmal leer um dann in den kleinsten Gang um zuschalten was zur Folge hatte, dass das Vorderrad fast abhob. Nach einigen Metern fand ich aber doch meinen Rhythmus und konnte mir einen Blick zurück nicht verkneifen. Es sah ulkig aus, überall sah ich unter mir rot/weisse Fahrer. Meine Kollegen waren am kämpfen, doch konnten wir schon nach kurzer Zeit wieder lachen. Ich staunte wie Wulli dieses steile Stück gemeistert hat, dies zeigte uns eindrücklich was man als Senior noch alles zu leisten vermag.
Die schöne Landschaft aber entschädigte uns für so manchen Schweisstropfen. Von Trimbach windet sich die Strasse gleichmässig zum Oberen Hauenstein von wo ein schmales Strässchen abzweigt das wiederum zum Teil sehr steil war. Irgendwo verloren wir Peter, Hermi und Leo aus den Augen und so versuchte Bruno via Natel sein Glück um herauszufinden wo unsere Freunde blieben. Da dies aber nicht klappte fuhren wir nach kurzer Beratung nach Eptingen. An einer Kreuzung flitzte plötzlich Leo an uns vorüber so konnten die anderen nicht allzu weit sein. In der Zwischenzeit konnte Bruno mit Hermi telefonieren. Fazit, er und Peter fuhren einen anderen Weg zum Chilchzimmersattel und machten einen Gasthof Halt um ihren Durst zu löschen. Am Ziel angekommen waren alle froh endlich unter der Dusche zu stehen.
Mit etwas Schadenfreude blickte ich zu Markus der ohne gutes Training ziemlich abgekämpft aussah uns aber trotzdem durch all die vielen Strässchen und Dörfer geführt hat. Hut ab und Danke Maz!
Eine Stunde nach Zimmerbezug sassen wir frisch geduscht und gut gelaunt am Tisch und freuten uns auf das Abendessen.
Von Aussen machte uns das Hotel einen etwas chaotischen Eindruck, die Wirtsleute aber gaben sich alle Mühe und erfüllten uns fast jeden Wunsch, so war das Essen der Wein und auch das Dessert sehr gut. Bei guter Laune und regen Diskussionen waren die schweren Beine sehr schnell vergessen, wenigstens bis zum nächsten Morgen.
Punkt 7 Uhr war Morgenessen angesagt. Zu unserem grossen Erstaunen sassen Ad und Astrid pünktlich am Tisch. Ein Blick zum Fenstern hinaus zeigte uns dass der heutige Tag wunderschön war. Was wollten wir mehr!!
Heute sollte die Strecke nicht mehr so steil werden, dafür aber umso länger. Nach obligaten Erinnerungsfotos setzten wir uns wieder auf die Räder. Am Anfang war leichtes Einrollen angesagt.
Das erste Hindernis dieses Tages hiess Brunnersberg und führte uns auf 1000 Meter Höhe. Es war herrlich, wir genossen den einmaligen Rundblick.
Vor der Abfahrt warnte uns Markus: "Achtung schlechte Strassen, eng und Gegenverkehr". Genau vor mir fuhr dann auch tatsächlich einer in ein Schlagloch und mir flogen seine zwei Trinkflaschen entgegen. Ich konnte zum Glück ausweichen doch der Pechvogel meldete einen Plattfuss am Vorderrad. Zusammen mit Flavio war der Schaden schnell behoben und weiter ging es Richtung Binzberg.
Hier beschlossen Astrid, Dieter, Leo und Peter die Tour etwas abzukürzen, um uns aber trotzdem im Hotel wieder zu treffen. Für uns anderen begann der Aufstieg zum Binzberg. Zwar erwischten wir zuerst die falsche Strasse doch kurze Zeit später kurvten zehn Velofahrer dem Pass entgegen.
Bei der abfahrt schockte uns ein Autoraser. Dieser fuhr so eng an Max vorbei sodass dieser seinen Oberarm am Autorückspiegel anschlug. Zum Glück fiel Wulli nicht vom Rad, nur ein rotblauer Arm blieb ihm zum Andenken, und schon beim Mittagessen konnten wir wieder Witze darüber machen.
Wir entschlossen uns, die Fahrt etwas abzukürzen, die Zeit wurde knapp. Im flotten Tempo ging es nach Moutier und Delèmont in Richtung Scheltenpass, dem letzten grossen Aufstieg. Über Natel berichtete Bruno "live" vom Fussball-Finale, zwei Finger in der Luft zeigte mir dass es 2:0 für Brasilien stand. Torschütze wiederum Ronaldo. So cool.!
In Balstahl näherten wir uns schon bald dem Ende der Tour. Ab Holderbank gab Flavio das "Rennen" frei doch Hermi fand die Idee nicht so gut. Nach fast 125 Kilometer waren wir wieder zurück in Langenbruck wo wir im Hotel nochmals die Dusche benutzen durften. In der Gartenbeiz genehmigten wir uns alle noch einen kühlen Schluck und bedankten uns bei Markus für die schöne aber sehr anspruchsvolle Fahrt durch seine neue Heimat.
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